Bewerbung und Vorgeschichte

Die Murg auf Höhe des Aueninstituts in Rastatt.

Die Stadt Rastatt hatte sich zuletzt 2009 um die Ausrichtung einer Landesgartenschau beworben, die alle zwei Jahre stattfindet. Trotz der explizit vom Land hoch gelobten Bewerbung erhielt die Stadt seinerzeit keinen Zuschlag. Nun steht die Vergabe der Landesgartenschauen 2032, 2034 und 2036 an. Rastatt bewirbt sich vorrangig für 2032. Das Bewerbungskonzept wird derzeit vom Landschaftsarchitekturbüro Ukas aus Karlsruhe erarbeitet und im Dezember beim Ministerium für Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum abgegeben.

Was bringt eine Landesgartenschau?
Natürlich jede Menge Freude und Freizeitwert für Einheimische und Gäste. Landesgartenschauen sind jedoch nicht nur attraktive Tourismusziele, die Millionen Menschen begeistern. Sie sind vor allem eine einzigartige Möglichkeit, durch großzügige finanzielle Unterstützung des Landes und weitere Fördermittel eine nachhaltige Stadt- und Landschaftsplanung umzusetzen. Ein Erfolgsmodell und ein Türöffner für die Zukunftsgestaltung einer Stadt oder Gemeinde.

Was und wo plant Rastatt?
Rastatt verknüpft die historische Innenstadt über eine durchgehende Schlossachse mit den Naturräumen „vor der Haustür“. Circa 45 Hektar unbebaute Flächen grenzen an die bebaute Stadt. Der Nutzungsdruck auf diese Flächen ist vielseitig und hoch. Biotope, Brachen, Grünflächen, intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen, Flächen für die Kaltluftbildung, Entwässerungskanäle, Ausgleichsflächen und Wege für Fußgänger und Radfahrer – all diese Bereiche bilden bisher ein buntes Patchwork am Rand der 50. 000 Einwohner-Barockstadt. Doch die Verknüpfung zwischen Stadt und Natur und der naturnah gestaltete Aufenthalt für die Menschen fehlen. Das soll sich mit der Landesgartenschau ändern.

Rastatts Bewerbungskonzept

Unser Motto: Landesgartenschau 2032: Rastatt natürlich!
Unsere Motivation: Rastatt gestaltet Zukunft

Barocke Innenstadt und einzigartiger Naturraum, Stadt und Flüsse, Felder und Wälder, Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Biodiversität, Naturschutz, grüne Freiräume, umweltverträgliche Mobilität, innovativ-ökologisches Wohnen. Rastatts Bewerbung um die Landesgartenschau 2032 setzt auf die Alleinstellungsmerkmale der Stadt und verknüpft sie mit einer nachhaltigen Stadt- und Landschaftsplanung. Unser klares Ziel: Die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger soll gesteigert werden und der Rastatt-Aufenthalt für Gäste eine ganz neue Dimension erhalten – als Natur-Erlebnisraum und -Bildungsort.

Rund 45 Hektar unbebaute Fläche, die im Westen an die Stadt grenzen, sind für die geplante Landesgartenschau vorgesehen. Entstehen werden dort ein Frei- und Naturraum von höchstem klimatologischen Wert und ein Naherholungsgebiet mit einer hohen, aber sanften Aufenthaltsqualität. Rastatt bezieht seine für das Stadtklima bedeutende Frischluft aus diesem Grüngürtel, Rastatts grüner Lunge von morgen. Mit der Landesgartenschau wird die Landschaft zu einem erlebbaren Erholungsraum für alle Generationen und Bevölkerungsgruppen. Es entsteht eine Oase mit Erholungs-, Begegnungs-, Bewegungs und Bildungsangeboten. Die Verzahnung von extensiver Agrarlandschaft mit einem Landschafts- und Klimaschutzpark und der historischen barocken Innenstadt mit der renaturierten Murg wird zum Rückgrat dieser zukunftsorientierten Planung. Und ein zusätzliches Highlight entsteht durch ein innovatives ökologisches Wohnquartier auf den Konversionsflächen Merzeau und Peré. Nicht zuletzt spielt emissionsfreie und flächensparende Mobilität eine wichtige Rolle. Der Autoverkehr bleibt auf dem Gelände weitgehend außen vor und macht Platz für Radfahrer/innen, Wanderer, Sportler/innen und Spaziergänger/innen.

 

Wir wollen unter anderem:

  • die Stadt Rastatt für ihre Einwohner/innen, Neubürger sowie für Besucher attraktiver und interessanter gestalten,
    qualitativ hochwertige Freiräume und Grünflächen schaffen und dauerhaft sichern,
  • den Wirtschaftsstandort Rastatt stärken und für die Zukunft sichern,
  • die kulturellen Angebote, wie beispielsweise das tête-à-tête, den Ehrenhof des Barockschlosses und die städtischen Veranstaltungsräume, noch weiter in den Fokus der Menschen rücken,
  • die einzigartige Charakteristik des Rastatter Bruchs und der anrainenden Gebiete aufwerten, sichern und durch die
    außergewöhnliche Nähe zum Stadtkern den Menschen dauerhaft erlebbar machen,
  • die PFC-Kontaminierung des Grundwassers im Rastatter Raum offensiv angehen, thematisieren und Lösungen aufzeigen,
  • den Hochwasserschutz entlang der Murg abschließen und den Bürgern ihren Fluss zugänglich machen,
  • attraktive Räume für ein soziales, barrierefreies Miteinander der Bürger/innen schaffen,
  • auf den Konversionsflächen Merzeau und Peré am südlichen Stadteingang ein neues, innovativ-ökologisches Wohngebiet entstehen lassen,
  • den Stadtpark neu gestalten und als attraktiven Wohlfühlort für die Bürgerschaft aufwerten.

Ins Konzept werden Ideen von Bürgerinnen und Bürgern eingearbeitet. Und davon gibt es bisher viele. Die Begeisterung für eine Landesgartenschau in Rastatt wächst von Tag zu Tag.

 

Ideen zum Gelände

Klimaschutzpark Kolbengarten

Von der Drehleiter aus sind die Gaskessel zu sehen. Der wolkenverhangene Himmel kann die Aussicht nicht trüben.

Blick von oben auf das Landesgartenschau-Gelände

Landschaftspark Oberwiesen

Landschaftspark Oberwiesen

Verknüpfung mit Stadt und Schloss

Zeitplan

Mai 2019

Gemeinderat stimmt für Landesgartenschaubewerbung

Der Gemeinderat beschließt einstimmig, dass sich Rastatt um eine Landesgartenschau im Zeitraum 2032 bis 2036 bewerben soll.

Juli 2019

Landesgartenschau wird ausgeschrieben

Die Landesregierung gibt die Ausschreibung für die Landesgartenschauen 2032, 2034, 2036 öffentlich bekannt.

Sommer 2019

Startschuss für die Bürgerbeteiligung und Marketing

Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit für Rastatts Bewerbung beginnen. Eine Informationsveranstaltung mit Talkrunde wird für die Bürgerinnen und Bürger veranstaltet. Wünsche und Ideen der Bürgerinnen und Bürger werden in das Konzept mit eingebunden.

Herbst 2019

Weitere Aktionen für die Bürgerinnen und Bürger

Die Stadt Rastatt organisiert weitere Veranstaltungen und Aktionen für die Bürgerinnen und Bürger rund um die Landesgartenschau-Bewerbung.

16. Dezember 2019

Gemeinderatssitzung zur Landesgartenschaubewerbung

Der Gemeinderat der Stadt Rastatt entscheidet über das Bewerbungskonzept.

19. Dezember 2019

Bewerbungsfrist endet

Am 19. Dezember 2019 müssen die Bewerbungsunterlagen beim Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz eingereicht sein.

Frühling 2020

Bewertungskommission kommt in die Barockstadt

Eine Kommission des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz wird nach Rastatt reisen, um sich vor Ort ein Bild des Konzepts der Landesgartenschau Rastatt zu verschaffen.

Sommer 2020

Entscheidung fällt

Die Entscheidung fällt, welche Bewerberstädte den Zuschlag für eine Landesgartenschau bekommen.

Verfahren

Landesgartenschauen in Baden-Württemberg

1980 war Premiere für die erste Landesgartenschau (LGS) in Baden-Württemberg. Bis zum Jahr 2000 fanden die „großen“ LGS jährlich statt, seit 2001 im Wechsel mit den „kleinen“ Gartenschauen. 1996 beschloss die Landesregierung das Förderprogramm „Natur in Stadt und Land“, über das Landesgartenschauen inzwischen mit jeweils maximal fünf Millionen Euro und Gartenschauen mit maximal zwei Millionen Euro unterstützt werden. Bis 2030 sind alle Landesgartenschauen und Gartenschauen bereits vergeben, beispielsweise 2020 an Überlingen und 2030 an Ulm.

Am 18. Juli 2019 wurde die Ausschreibung für die LGS und die Gartenschauen zwischen 2031 und 2036 veröffentlicht. Rastatt will prioritär 2032 zum Zuge kommen. Die Barockstadt hat nun, wie andere Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg auch, bis zum 19. Dezember 2019 Zeit, ihre Bewerbungsunterlagen einzureichen. Zuständig für die Koordination des Landesprogramms und die Abwicklung der Bewerbungsverfahren ist das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz.

Bewerbung eingereicht – und dann

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz nimmt gemeinsam mit der Förderungsgesellschaft für die Baden-Württembergischen Landesgartenschauen mbH eine erste Bewertung der Bewerbungen vor. Abstimmungen erfolgen dann mit weiteren Ministerien und dem Städte- und Gemeindetag Baden-Württemberg. Diese münden in eine Vorauswahl, die dem Ministerrat im Sommer 2020 zur Entscheidung vorgelegt wird. Wichtiger Termin im Zuge des Entscheidungsprozesses: Im Frühjahr 2020 wird eine Kommission zur Ortsbegehung nach Rastatt kommen und sich über die Qualität des Konzeptes zu informieren.