Gemeinderat beschließt mit großer Mehrheit Bewerbung für die Landesgartenschau 2032

Klares Votum, begeisterter Zuspruch: Mit großer Mehrheit beschloss der Rastatter Gemeinderat am 16. Dezember die Bewerbung der Barockstadt für die Landesgartenschau 2032 (2034 und 2036). Die von der Verwaltung vorgelegte Machbarkeitsstudie unter dem Titel „Rastatt natürlich!“ stieß bei allen Fraktionen und Gruppierungen auf Lob und Unterstützung. Lediglich die AfD-Fraktion, die zwar betonte, „den Unterstützern in fast allen Punkten folgen“ zu können, verweigerte ihre Zustimmung aus Kostengründen. Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch wird die Bewerbung am 18. Dezember persönlich im zuständigen Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg in Stuttgart abgeben.

Eingangs der Sitzung stellte die von der Stadt beauftragte Landschaftsarchitektin Elke Ukas aus Karlsruhe nochmals die Eckpunkte der Rastatter Bewerbung vor und erläuterte auch die in der Studie angegebenen Kosten. Hinter diesen stecken zum allergrößten Teil „flankierende Maßnahmen“ – nämlich Investitionen in zukünftige Stadt- und Landschaftsentwicklungsprojekte, die auch ohne Landesgartenschau anstünden, stellte Ukas klar. Für die Umsetzung der eigentlichen Landesgartenschau rechnet die Stadt mit Nettokosten von knapp drei Millionen Euro.

Einen Einblick in die bisherige Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung gab die städtische Projektleiterin Kristin Burgert. Es sei beeindruckend, mit welcher Begeisterung die Bürger sich mit eigenen Ideen eingebracht hätten und welche positiven Rückmeldungen es nach den verschiedenen städtischen Veranstaltungen gegeben habe. Selbst die ganz Kleinen, wie die Kinder der Kita Biber, hätten sich kreative Gedanken zur Landesgartenschau gemacht. Und Rastatts Jugendliche seien mit dem Workshop Ende Oktober und großem Engagement bei den städtischen Veranstaltungen bisher ohnehin ein Aktivposten bei der Bürgerbeteiligung gewesen.

Die Landesgartenschau sei das zentrale Schlüsselprojekt, mit breiter Bürgerbeteiligung nachhaltig Rastatts Zukunft zu gestalten, betonte Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch. Als „Türöffner und Impulsgeber“ ermögliche das Projekt weitreichende Fördermittel und setze Rastatt „auf die Überholspur“, wie Erfahrungen aus anderen Städten zeigten.

Zu 100 Prozent stehe die CDU-Fraktion hinter der Bewerbung, sagte deren Fraktionsvorsitzende Birgitta Lenhard. Es habe Freude gemacht, die Machbarkeitsstudie zu lesen. „Heute beschließen wir eine begeisternde Vision für Rastatt“, so Lenhard. Auch die SPD-Fraktion unterstütze die Bewerbung uneingeschränkt, betonte Fraktionsvorsitzender Joachim Fischer. Denn die Landesgartenschau sei „kein Strohfeuer, sondern von dauerhaftem Mehrwert für die Stadt“. Grünen-Fraktionsvorsitzender Roland Walter freute sich, dass durch die Landesgartenschau „der Gemeinschaftsgeist in der Stadt gestärkt“ werde. Dies sei bereits jetzt in der Vorbereitungsphase bei der Bürgerbeteiligung deutlich geworden. Herbert Köllner sieht für die Fraktion der Freien Wähler in der Landesgartenschau „eine große Chance für eine Stadtentwicklung aus einem Guss“. Einen „grünen Mehrwert und eine große Möglichkeit, unsere Heimatstadt weiterzuentwickeln“ hob die Fraktionsvorsitzende der FuR, Simone Walker, hervor. Einverstanden mit der Bewerbung zeigte sich auch FDP-Stadtrat Erich Wölfle. Linken-Stadtrat Marcus Grieser schließlich merkte an, die Landesgartenschau sei eine große qualitative Bereicherung für die Stadt.“

Foto: Joachim Gerstner

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